Alter Ego als Partyspaß für Verrückte

Vor einigen Jahren hatte ich eine Freundin, mit der ich mir öfters mal einen Spaß erlaubt habe. Wir haben uns einfach einen Jux daraus gemacht, auf Parties, bei denen wir kaum jemanden kannten oder die wir förmlich gecrasht haben, uns als eine völlig andere Person auszugeben. Wir haben dabei nicht Namen angenommen von Personen, die wir kannten oder von bekannteren Personen, denn das wäre vermutlich nicht ganz im Sinne der Betroffenen. Aber wir haben uns Alter Egos ausgedacht, die wir beim Vorglühen bei steigendem Alkoholkonsum besprochen und uns darüber köstlich amüsiert haben.

So kam es, dass wir eines Abends auf einer Party in einem Studentenheim, von der wir über studiVZ erfahren haben, gelandet sind und dort bei 1-Euro-Bier und 90er-Jahre-Hits einigen erzählt haben, dass wir Astronautinnen sind und von der NASA ausgebildet wurden und der österreichischen Regierung jetzt helfen werden, ein eigenes Weltraumprogramm zu etablieren. Wir würden dieses Wochenende richtig Party machen, denn schon im nächsten Monat müssen wir dann richtig reinhackeln. Wir haben das alles vorher so detailliert durchbesprochen, dass unsere Geschichten einfach keinen Zweifel zuließen.

Ein anderes Mal habe ich mich als Neurochirurgin in Ausbildung ausgegeben, während meine Freundin Opernsängerin war. Ich sei die jüngste in Österreich! Das Ganze wäre beinahe in die Hose gegangen, denn ein junger Mann, der eigentlich zwei Grüppchen weiter stand, hat das Gespräch irgendwie mitbekommen, hat sich zu mir gedreht und gemeint, was das nicht für ein lustiger Zufall wäre, er würde auch gerade im Spital XY seine Facharztausbildung zum Neurochirurgen machen. Aja, lustig, Zufälle gibt’s. Leider muss ich schnell meine Freundin suchen, die hat nämlich versehentlich meine Geldbörse eingepackt. Blöd, dass mir das jetzt erst einfällt. Lass uns nachher noch weiterquatschen. Und weg waren wir.

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Meine Freundin hat immer etwas übertrieben und wollte damit teilweise wirklich auch Männer aufreißen, aber ich hab mir wirklich immer nur einen Spaß daraus gemacht und war am Ende eigentlich ganz froh, wieder ich sein zu können. Aber auch spaßige Dinge werden nach einiger Zeit anstregend.

Dieses Spielchen haben wir insgesamt zwölf bis fünfzehn Mal gemacht, danach wurde es langweilig und vor allem war es aber mühsam, sich solche Alter Egos wirklich auszudenken und auch ordentlich aufzubauen. Irgendwann war es uns dann einfach zu blöd und wir haben es gelassen, haben uns aber ein neues Spiel überlegt. Das war eher passiv und war so gedacht: Man ist irgendwo, beobachtet Leute, pickt sich einen raus und denkt sich über den eine Geschichte aus. Einiges kann man ja schon vom Aussehen ableiten (zum Beispiel ob die Person eher viel oder wenig Geld für Kleidung ausgibt etc.). Auch wenn das natürlich schwierig ist, war es lustig. Wir haben das teilweise mit Kellnern gemacht, Pärchen die am Nebentisch gesessen sind oder mit Leuten, die irgendwo auf die Straßenbahn gewartet haben. Da hatten wir geschiedene Frauen, die gerade darauf gekommen sind, dass sie eigentlich lesbisch sind oder Heiratsschwindler und Rechtsanwälte, die auf Sadomaso stehen. Alles war dabei.

Mittlerweile habe ich zu dieser Freundin keinen Kontakt mehr, aber mir ist die Geschichte wieder eingefallen, weil ich mich hin und wieder, wenn ich alleine unterwegs bin, dabei ertappe, hinter der Frau in der Straßenbahn in Wirklichkeit einen Mann zu vermuten oder es mir vorzustellen, was Leute mit traurigen Gesichtern wohl gerade für schlechte Nachrichten bekommen haben. Das nehme ich natürlich nicht ernst, aber es hinterlässt in mir immer wieder die Faszination, dass man eigentlich sein kann, was man will. Man muss es aber dann nicht nur sich ausdenken, sondern es dann auch praktizieren. Das ist der einzige Unterschied. Und wenn sich zwei Verrückte eine Geschichte für jemanden ausdenken können, dann kann man es selber auch.

Ein paar Gedanken zum Bloggen

Seit Tagen sitze ich an diesem Text und versuche damit auszudrücken, was mir aber ohnehin vermutlich nicht gelingen wird. Egal wie ich den Text drehe und wende und egal, womit ich in beginne, am Ende ist es einfach unvermittelbar. Zu oft muss ich ausholen oder zu oft weiche ich vom eigentlichen Thema ab. Deshalb ist es mir mittlerweile einfach egal geworden und der Text ist nun mal wie er ist.

Ja, als Blogger hat man ab und zu Phasen, in denen man nicht schreiben will oder kann. Manchmal dauern diese Phasen länger an, manchmal bloggt man täglich und manchmal fragt man sich, wozu das Ganze überhaupt. Zugegebenermaßen hatte ich jede dieser Phasen schon mal, am längsten habe ich ein Jahr überhaupt nichts veröffentlicht, weil ich weder die Zeit noch die Muse und Muße  hatte.

Im Moment ist es ja so, dass ich wirklich wenig Zeit habe, aber die Zeit, die ich habe, nutze ich dafür wirklich umso mehr. Klar, ich würde gerne wieder was schreiben, ein paar nette Fotos machen. Und oft hab ich auch wirklich Ideen oder denke mir: Das muss ich bloggen! Oder ich hab irgendwas Cooles gemacht und glaube, es mit der Welt teilen zu müssen. Ein super Rezept, eine DIY-Idee, ein Ausflug, ein guter Wein, ein Restaurant, die Vorbereitungen für unsere Hochzeit… Ja, Themen gebe es genug. Und auch mein kleines Projekt Hipstermom.at, das ich vor einiger Zeit gestartet habe, will im Moment trotz tausender Ideen nicht befülltt werden. Aber warum?

Mein Hauptproblem ist, dass ich sehr zweifle an dem, was ich bloggen will. Das gibt es schon, das hat sicher schon mal jemand gebloggt, das Rezept hat sicher schon mal jemand mit viel besseren Fotos gepostet oder die DIY-Idee hat irgendwer in den USA sicher schon mal veröffentlicht und alle werden glauben, dass ich eine dumme Nachmacherin bin. Zu viel preisgeben will ich dann auch nicht, weil ich mittlerweile nicht mehr möchte, dass zu sehr in meinem Privatleben herumgewühlt wird und auf der anderen Seite gehen viele Blogposts aber nur dann. Vieles erscheint mir dann nicht originell genug und schon versuche ich das Thema einfach aus meinem Gedächtnis zu verbannen.

Was bleibt also übrig? Texte über Politik mag ich nicht schreiben, weil mir das Thema einfach zu mühsam ist. Meinen Senf zu gesellschaftlichen Themen lasse ich bleiben, weil ich keinen Bock auf Droh-Emails oder blöde Kommentare habe. Ich habe zudem das Gefühl, im Moment von Content anderer Blogs erschlagen zu werden. Es ist wie es ist: Ich stecke in einer Blogger-Krise und habe einfach keine Ahnung, wie es weiter geht. Diesen Text habt ihr aber sicher schon mal auch auf einem anderen Blog gelesen.

Ziegenkäse-Tarte mit Lauch und Tomaten

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Wenn es etwas gibt, das gut zusammenpasst, dann ist es beispielsweise Käse und Wein. Oder Feigen und Käse. Oder Ziegenkäse und Tomaten. Und weil die beiden letzteren wirklich exzellent harmonieren, hab ich sie gleich in eine Tarte gepackt. Das Rezept ist sehr einfach und lässt sich total schnell machen, vorausgesetzt, man ist mit der Herstellung des Teiges vertraut – im Notfall kann man ja einen fertigen nehmen, dagegen wird ja wohl keiner etwas haben.

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Zutaten:

Für den Teig:

  • 150g Butter
  • 250g Mehl
  • 1 Ei
  • etwas Salz

Für die Fülle:

  • 150g Ziegenfrischkäse
  • 200ml Schlagobers
  • 4 Eier
  • 2 Eigelb
  • Lauch in Streifen
  • 4 große Tomaten
  • Thymian
  • Salz
  • Pfeffer

Für die Garnitur

  • Rucola
  • Ziegenfrischkäse

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Butter in kleine Stücke schneiden und mit dem Mehl, dem Ei und dem Salz zu einem Teig kneten, in eine Kugel formen und für etwa eine Stunde in Frischhaltefolie in den Kühlschrank legen, danach ausrollen und eine Tarteform legen. Backofen auf 180°C vorheizen.

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Schlagobers mit Eiern und Eigelb verquirlen und den Frischkäse dazugeben, alles auf den Teig füllen, salzen, pfeffern. Lauchstreifen drauflegen. Tomaten in Scheiben schneiden, mit Olivenöl und Balsamicoessig begießen und mit braunem Zucker bestreuen. Nach einigen Minuten die Tomaten drauflegen, mit Thymian bestreuen und das Ganze für 35 Minuten in den Ofen stellen.

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So schnell geht es und die Tarte ist fertig. Mit Rucola und etwas Frischkäse garnieren, salzen und pfeffern.

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Der Serienherbst im Überblick

Es ist wieder soweit: Wie auch in den letzten Jahren, widme ich mich auch heuer wieder ausgiebig dem US-amerikanischen Serienherbst und konzentriere mich dieses Jahr auf die neuen Serien. Was von den alten Sachen wieder losgeht, ist ja wohl jedem hoffentlich klar. Andere Tipps sind wie immer in den Kommentaren erwünscht. Nur soviel noch: Es ist ein ziemlich schwacher Serienherbst dieses Jahr.

How to Get Away With Murder

Okay, zugegebenermaßen könnte diese Serie etwas kitschig werden, immerhin ist sie von Shonda Rhimes, die auch schon Grey’s Anatomy zu verantworten hat. Dennoch klingt der Titel vielversprechend: Eine Jus-Professorin will ihren Studenten erklären, wie man es schaffen kann, Angeklagte vom Vorwurf des Mordes vor Gericht mit einem Freispruch zu befreien. Ich gebe dem Ganzen jedenfalls eine Chance.

Fresh Off the Boat

Diese Serie verspricht wirklich lustig zu werden. Eine asiatisch Familie zieht um, die Hauptrolle bekleidet der 10-jährige Junge. Der amerikanische Traum wird auf die Schippe genommen, gepaart mit asiatischen Klischees.

Secrets and Lies

Eine Krimi-Serie mit Juliette Lewis. Eigentlich bin ich kein Fan von diesen Mystery-Serien, aber diese könnte wirklich gut werden, wenn es die Autoren nicht verbocken. Ein Jogger entdeckt eine Kinderleiche und wird in kurzer Zeit selbst zum Verdächtigen. Klingt spannend.

The Whispers

Wenn ich etwas nicht mag, dann sind es Serien, in denen Aliens vorkommen oder irgendwelche übernatürlichen Tralalas. Dieser Serie gebe ich dennoch eine Chance, vor allem wegen American-Horror-Story-Star Lily Rabe. Es geht um Kinder, die Erwachsene töten, weil es ihnen “die Stimmen” gesagt haben. Ich wünschte mir nur, dass es eher Geister wären als Außerirdische. Das wäre so viel cooler.

The Affair

Im letzten Jahr habe ich “The Betrayal” geschaut, allerdings nur einige Folgen. Es ging um zwei Leute, die ihre Ehepartner betrügen. Es war so kitschig, ich habe fast gekotzt. “The Affair” ist vom Prinzip her ähnlich, es geht aber noch um viel mehr. Die betroffene Frau scheint nämlich ein Geheimnis zu haben und das dürfte die ganze Serie wiederum ziemlich spannend machen. Ich werde es jedenfalls anschauen.

 American Crime

Wem der Film “12 Years a Slave” gesehen hat, sollte dieser Serie eventuell eine Chance geben, denn dahinter verbirgt sich der gleiche Autor. Ein Mord an einem Ehepaar scheint nicht nur Kriminalbeamte zu beschäftigen, sondern auch die Gemüter der hispanischen Bevölkerung zu erhitzen. Mit Desperate-Housewives-Star Felicity Huffman.

Wayward Pines

Ich bin zwar kein Fan von FOX, aber einer von gruseligen Serien. Juliette Lewis spielt auch mit, also los: Eine vermisste Person, Agenten, die danach suchen und in dabei in einem Dorf wühlen, das etwas komisch wirkt. Es ist ein bisschen WTF, schwer zu beschreiben. Also den Trailer anschauen und entscheiden.

Das selbstgemachte Fertiggericht – mit Dinkel und Thunfisch

Es gibt ja diesen rosafarbenen Thunfisch-Hersteller, der auch einige Thunfisch-Salate anbietet. In einen davon hab ich mich etwas verliebt, aber der Preis und die Menge war für mich immer etwas “naja”. Ich dachte: Was die können, kannst Du schon lange und hab einfach die Zutaten gekauft und selbst zusammengemixt. Einziger Unterschied: Ich verwende Olivenöl statt Maiskeimöl. Tja und laut meiner Tochter schmeckt das selbst gemachte besser. Aussehen tun sie etwas anders, aber die konkrete Mengenzusammensetzung ist auch nicht einfach hinzubekommen, außerdem kann man die Zutaten je nach Vorlieben variieren.

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Die Zutaten sind ganz einfach und auch nicht teuer:

  • Dinkel
  • Rollgerste
  • Linsen
  • Mais (halbe Dose)
  • rote Paprika
  • 2 Dosen oder Gläser Thunfisch
  • Olivenöl
  • 1 große gekochte Karotte
  • Salz
  • Pfeffer

Ob es ein Schmäh ist, weiß ich nicht, aber ich achte beim Kauf von Thunfisch (oder generell Fisch) auf das MSC-Gütesiegel für nachhaltige Fischerei.

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Dinkel, Gerste und Linsen kochen (Dinkel braucht mehr Wasser und ca. eine Stunde, die anderen beiden 45 Minuten). Dabei habe ich vom Dinkel ca. 2 Faustvoll genommen, von den anderen beiden jeweils eine Faust. Nach dem Kochen abkühlen lassen und mit allen anderen Zutaten mischen. Paprika vorher ganz klein schneiden, auch die Karotte in kleine Stückchen nach dem Kochen schneiden.

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Hier übrigens ein Vergleich: Zuerst das Original…

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…und hier ist meine Version:

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Super Snack für zwischendurch. Mahlzeit!

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