5 Erkenntnisse vom #Mediencamp

Am 22. November fand das Mediencamp in Wien statt und es haben sich eine Vielzahl an interessanten Vorträgen und Diskussionen ergeben. Sehr interessant und eigentlich auch schade, dass so wenige Medienvertreter gekommen sind. Aber umso besser waren dafür die Erkenntnisse, die ich für mich persönlich gewonnen habe und hier teilen möchte. Würden alle Veranstaltungen in der Branche so ablaufen, käme man deutlich weiter. Stattdessen sitzen ja immer die gleichen fünf Hanseln am Podium und jammern darüber, wie schlecht alles ist und wie furchtbar Google ist.

1. “Filter-Bubble” war das Wort des Tages

In fast jedem Vortrag mussten wir uns wieder selbst daran erinnern, dass Medien und die Art, wie wir Medien und Nachrichten konsumieren, sehr stark von der eigenen Filter-Bubble abhängen. Jugendliche konsumieren anders als Medienmenschen und diese wiederum anders als beispielsweise Personen mit niedrigerem Bildungsstand. Das ist wichtig zu wissen, weil man ja als Medienmensch auch immer an eine relativ breite Gruppe herantreten möchte. Die Wahrnehmung wird vor allem durch den eigenen sozialen Kreis massiv beeinflusst.

2. Einfach mal die Fresse halten

Besonders “Alpha-Journalisten”, “Alpha-Twitterer” und andere alte Hasen mit einer großen Reichweite beteiligen sich oft an sogenannten Shitstorms, obwohl sie diese gleichzeitig verurteilen. Die sogenannte Sau, die jeden Tag durch das Twitterdorf getrieben wird, ist aber oft am nächsten Tag vergessen. Dies erzeugt einerseits das Problem, dass über tatsächliche Probleme kaum noch Aufregungspotential da ist und auf der anderen Seite gibt es auf Entschuldigungen keine Katharsis-Reaktion. Man empört sich weiter, weil man sich in seine Empörung so reinsteigert und einer boshafter als der andere ist. Das ist teilweise unmenschlich und bewirkt Abstumpfung. Man sollte sich deshalb besser überlegen, wie man Kritik im Netz formuliert und sich lösungsorientierter verhalten.

3. Die Alten können von den Jungen einiges lernen

Interessant war, dass sehr viele sehr junge Menschen viel zu sagen hatten und auch viele Denkanstöße geben konnten, wenn es um die Zukunft von Medien ging. Sie sind Digital Natives, kennen die Branche teilweise relativ gut und wissen auch, wo sie hin möchten. Sie verstehen aber auf der anderen Seite nicht ganz, weshalb an alten bzw. veralteten Modellen so krampfhaft festgehalten wird. Junge haben extrem gute Ideen, sind innovativ und können einen entscheidenden Teil zur Weiterentwicklung beitragen, werden aber leider selten angehört, da hierarchische Strukturen es nicht zulassen. Das ist frustrierend.

4. Förderungen sind kein Geschäftsmodell

In einigen Vorträgen wurde darüber gesprochen, wie man möglichst effizient an Fördergelder kommt. Ein Geschäftsmodell kann aber nicht darauf hinauslaufen, dass man sich abhängig von Förderungen macht. Es braucht ein Modell, bei dem man auch ohne diese Finanzierungsmodelle, die vom Staat, der Europäischen Union oder anderen Institutionen kommen, überleben und leben kann. Es gab auch zahlreiche Diskussionen darüber, wie sich Plattformen finanzieren können, eine eindeutige Lösung ist aber nicht in Sicht, jede Plattform muss die für sich beste Strategie finden und vor allem einiges ausprobieren.

5. Nischen sind der wahre Geldbringer

Kein Mensch wird je für Nachrichten bezahlen. News, die austauschbar sind, sind Menschen keinen Cent wert. Medien müssen Themen finden, die ihre Plattform massiv von den anderer Medienhäuser unterscheidet. Nur wenn der Nutzer einen Mehrwert hat und eine Leistung dafür bekommt, wird er Geld in die Hand nehmen wollen. Alleinstellungsmerkmale von Medien könnten dazu genutzt werden, Geld zu generieren. Vor allem muss dem Leser/der Leserin die Möglichkeit gegeben werden, das so niederschwellig wie möglich zu machen. Abos für Online-Medien sind nicht zeitgemäß, weil man nicht nur ein Medium, sondern mehrere liest und sich nicht an ein bestimmtes Medium binden möchte. Online-Medien werden nicht wie Zeitungen in Haushalten konsumiert. Dieses Modell ist deshalb veraltet und muss überarbeitet werden. Special Interest Themen sind wichtig, weil sie einer kleineren Gruppe etwas bieten, das diese sonst nirgends bekommt. Dann ist auch die Zahlungsbereitschaft eine größere. Und wie wir von Netflix, Spotify und Co. wissen: Die Menschen geben für den Konsum von Medien auch Geld aus.

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Meine Präsentation zum Thema “Die Zukunft der Papierzeitung” ist übrigens auf Slideshare zu finden.

“Serial”: Spannender als jede Serie

Eigentlich mag ich Podcasts nicht. Ich hab selten welche gehört und es hat mich schnell gelangweilt. Doch vor einigen Wochen ist ein Podcast erschienen, der es echt drauf hat. Anfangs war ich skeptisch, aber jetzt finde ich den so toll, dass ich ihn einfach empfehlen muss: “Serial” ist kostenlos auf iTunes verfügbar und ist mittlerweile in einigen  Ländern unter den Top 5 Podcasts zu finden. Auf der Website gibt es zusätzliche Informationen, zudem gibt es einen Podcast über den Podcast von Slate.

Aber ich fange von vorne an: Serial muss man unbedingt von Anfang an hören, also mit Episode 1 beginnen. Ich habe innerhalb von zwei Tagen fünf Folgen nachgehört. Mittlerweile gibt es Folge 7.

Darum geht’s: Serial befasst sich mit einem non-fiktionalen Mordfall. Es geht also um etwas Echtes, nichts Erfundenes und ist extrem spannend. Die Journalistin Sarah Koenig hat den Podcast gestartet, weil sie sich seit über einem Jahr mit diesem Fall beschäftigt. 1999 wurde ein 18-jähriges Mädchen im Bundesstaat Maryland tot aufgefunden. Verurteilt wurde ihr Ex-Freund Adnan Syed, der seit 15 Jahren im Gefängnis sitzt. Er beteuert jedoch, dass er unschuldig ist. Das mag oft vorkommen und ist sicher kein Einzelfall, aber die Details, die Sarah Koenig hier ans Tageslicht bringt, sind einfach ein Wahnsinn. Es gibt einen Belastungszeugen, einen ehemaligen Freund von Adnan, der sich allerdings bei diversen Zeugenaussagen in Widersprüche verstrickt und auch sehr oft seine Version der Ereignisse ändert. Die Anklage ist sehr dünn, Beweise gibt es keine, der Fall beruht auf reinen Indizien. Telefonanrufe, Aussagen von anderen Schülern, etc. Alles ist sehr dubios. Es sind einige Leute in das alles involviert, es gibt viel Hin und Her und einige Ungereimtheiten.

Interessant ist vor allem die Erzählweise. Sarah Koenig erzählt nicht nur, was sie herausgefunden hat, sondern telefoniert auch mit den damaligen Zeugen (bis auf den Hauptbelastungszeugen), präsentiert Fakten und spricht mit Experten. Ich bin jedenfalls sehr gespannt wie das alles ausgeht. Koenig ist übrigens durch eine Freundin von Adnan auf den Fall aufmerksam geworden. Diese hat Koenig kontaktiert, weil Koenig bei ihrer Arbeit als Journalistin über die damalige Verteidigern von Syed einen Skandal aufgedeckt hat. Die Staatsanwältin, die gegen Syed vor Gericht gezogen ist, ist mittlerweile verstorben. Diese Freundin von Adnan führt übrigens einen Blog, auf dem sie zu jeder Episode ihre persönliche Meinung schreibt, das ist übrigens auch lesenswert. Auf Reddit gibt es zu Serial übrigens auch einen Subreddit, in dem die Folgen diskutiert werden.

Alter Ego als Partyspaß für Verrückte

Vor einigen Jahren hatte ich eine Freundin, mit der ich mir öfters mal einen Spaß erlaubt habe. Wir haben uns einfach einen Jux daraus gemacht, auf Parties, bei denen wir kaum jemanden kannten oder die wir förmlich gecrasht haben, uns als eine völlig andere Person auszugeben. Wir haben dabei nicht Namen angenommen von Personen, die wir kannten oder von bekannteren Personen, denn das wäre vermutlich nicht ganz im Sinne der Betroffenen. Aber wir haben uns Alter Egos ausgedacht, die wir beim Vorglühen bei steigendem Alkoholkonsum besprochen und uns darüber köstlich amüsiert haben.

So kam es, dass wir eines Abends auf einer Party in einem Studentenheim, von der wir über studiVZ erfahren haben, gelandet sind und dort bei 1-Euro-Bier und 90er-Jahre-Hits einigen erzählt haben, dass wir Astronautinnen sind und von der NASA ausgebildet wurden und der österreichischen Regierung jetzt helfen werden, ein eigenes Weltraumprogramm zu etablieren. Wir würden dieses Wochenende richtig Party machen, denn schon im nächsten Monat müssen wir dann richtig reinhackeln. Wir haben das alles vorher so detailliert durchbesprochen, dass unsere Geschichten einfach keinen Zweifel zuließen.

Ein anderes Mal habe ich mich als Neurochirurgin in Ausbildung ausgegeben, während meine Freundin Opernsängerin war. Ich sei die jüngste in Österreich! Das Ganze wäre beinahe in die Hose gegangen, denn ein junger Mann, der eigentlich zwei Grüppchen weiter stand, hat das Gespräch irgendwie mitbekommen, hat sich zu mir gedreht und gemeint, was das nicht für ein lustiger Zufall wäre, er würde auch gerade im Spital XY seine Facharztausbildung zum Neurochirurgen machen. Aja, lustig, Zufälle gibt’s. Leider muss ich schnell meine Freundin suchen, die hat nämlich versehentlich meine Geldbörse eingepackt. Blöd, dass mir das jetzt erst einfällt. Lass uns nachher noch weiterquatschen. Und weg waren wir.

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Meine Freundin hat immer etwas übertrieben und wollte damit teilweise wirklich auch Männer aufreißen, aber ich hab mir wirklich immer nur einen Spaß daraus gemacht und war am Ende eigentlich ganz froh, wieder ich sein zu können. Aber auch spaßige Dinge werden nach einiger Zeit anstregend.

Dieses Spielchen haben wir insgesamt zwölf bis fünfzehn Mal gemacht, danach wurde es langweilig und vor allem war es aber mühsam, sich solche Alter Egos wirklich auszudenken und auch ordentlich aufzubauen. Irgendwann war es uns dann einfach zu blöd und wir haben es gelassen, haben uns aber ein neues Spiel überlegt. Das war eher passiv und war so gedacht: Man ist irgendwo, beobachtet Leute, pickt sich einen raus und denkt sich über den eine Geschichte aus. Einiges kann man ja schon vom Aussehen ableiten (zum Beispiel ob die Person eher viel oder wenig Geld für Kleidung ausgibt etc.). Auch wenn das natürlich schwierig ist, war es lustig. Wir haben das teilweise mit Kellnern gemacht, Pärchen die am Nebentisch gesessen sind oder mit Leuten, die irgendwo auf die Straßenbahn gewartet haben. Da hatten wir geschiedene Frauen, die gerade darauf gekommen sind, dass sie eigentlich lesbisch sind oder Heiratsschwindler und Rechtsanwälte, die auf Sadomaso stehen. Alles war dabei.

Mittlerweile habe ich zu dieser Freundin keinen Kontakt mehr, aber mir ist die Geschichte wieder eingefallen, weil ich mich hin und wieder, wenn ich alleine unterwegs bin, dabei ertappe, hinter der Frau in der Straßenbahn in Wirklichkeit einen Mann zu vermuten oder es mir vorzustellen, was Leute mit traurigen Gesichtern wohl gerade für schlechte Nachrichten bekommen haben. Das nehme ich natürlich nicht ernst, aber es hinterlässt in mir immer wieder die Faszination, dass man eigentlich sein kann, was man will. Man muss es aber dann nicht nur sich ausdenken, sondern es dann auch praktizieren. Das ist der einzige Unterschied. Und wenn sich zwei Verrückte eine Geschichte für jemanden ausdenken können, dann kann man es selber auch.

Ein paar Gedanken zum Bloggen

Seit Tagen sitze ich an diesem Text und versuche damit auszudrücken, was mir aber ohnehin vermutlich nicht gelingen wird. Egal wie ich den Text drehe und wende und egal, womit ich in beginne, am Ende ist es einfach unvermittelbar. Zu oft muss ich ausholen oder zu oft weiche ich vom eigentlichen Thema ab. Deshalb ist es mir mittlerweile einfach egal geworden und der Text ist nun mal wie er ist.

Ja, als Blogger hat man ab und zu Phasen, in denen man nicht schreiben will oder kann. Manchmal dauern diese Phasen länger an, manchmal bloggt man täglich und manchmal fragt man sich, wozu das Ganze überhaupt. Zugegebenermaßen hatte ich jede dieser Phasen schon mal, am längsten habe ich ein Jahr überhaupt nichts veröffentlicht, weil ich weder die Zeit noch die Muse und Muße  hatte.

Im Moment ist es ja so, dass ich wirklich wenig Zeit habe, aber die Zeit, die ich habe, nutze ich dafür wirklich umso mehr. Klar, ich würde gerne wieder was schreiben, ein paar nette Fotos machen. Und oft hab ich auch wirklich Ideen oder denke mir: Das muss ich bloggen! Oder ich hab irgendwas Cooles gemacht und glaube, es mit der Welt teilen zu müssen. Ein super Rezept, eine DIY-Idee, ein Ausflug, ein guter Wein, ein Restaurant, die Vorbereitungen für unsere Hochzeit… Ja, Themen gebe es genug. Und auch mein kleines Projekt Hipstermom.at, das ich vor einiger Zeit gestartet habe, will im Moment trotz tausender Ideen nicht befülltt werden. Aber warum?

Mein Hauptproblem ist, dass ich sehr zweifle an dem, was ich bloggen will. Das gibt es schon, das hat sicher schon mal jemand gebloggt, das Rezept hat sicher schon mal jemand mit viel besseren Fotos gepostet oder die DIY-Idee hat irgendwer in den USA sicher schon mal veröffentlicht und alle werden glauben, dass ich eine dumme Nachmacherin bin. Zu viel preisgeben will ich dann auch nicht, weil ich mittlerweile nicht mehr möchte, dass zu sehr in meinem Privatleben herumgewühlt wird und auf der anderen Seite gehen viele Blogposts aber nur dann. Vieles erscheint mir dann nicht originell genug und schon versuche ich das Thema einfach aus meinem Gedächtnis zu verbannen.

Was bleibt also übrig? Texte über Politik mag ich nicht schreiben, weil mir das Thema einfach zu mühsam ist. Meinen Senf zu gesellschaftlichen Themen lasse ich bleiben, weil ich keinen Bock auf Droh-Emails oder blöde Kommentare habe. Ich habe zudem das Gefühl, im Moment von Content anderer Blogs erschlagen zu werden. Es ist wie es ist: Ich stecke in einer Blogger-Krise und habe einfach keine Ahnung, wie es weiter geht. Diesen Text habt ihr aber sicher schon mal auch auf einem anderen Blog gelesen.

Ziegenkäse-Tarte mit Lauch und Tomaten

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Wenn es etwas gibt, das gut zusammenpasst, dann ist es beispielsweise Käse und Wein. Oder Feigen und Käse. Oder Ziegenkäse und Tomaten. Und weil die beiden letzteren wirklich exzellent harmonieren, hab ich sie gleich in eine Tarte gepackt. Das Rezept ist sehr einfach und lässt sich total schnell machen, vorausgesetzt, man ist mit der Herstellung des Teiges vertraut – im Notfall kann man ja einen fertigen nehmen, dagegen wird ja wohl keiner etwas haben.

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Zutaten:

Für den Teig:

  • 150g Butter
  • 250g Mehl
  • 1 Ei
  • etwas Salz

Für die Fülle:

  • 150g Ziegenfrischkäse
  • 200ml Schlagobers
  • 4 Eier
  • 2 Eigelb
  • Lauch in Streifen
  • 4 große Tomaten
  • Thymian
  • Salz
  • Pfeffer

Für die Garnitur

  • Rucola
  • Ziegenfrischkäse

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Butter in kleine Stücke schneiden und mit dem Mehl, dem Ei und dem Salz zu einem Teig kneten, in eine Kugel formen und für etwa eine Stunde in Frischhaltefolie in den Kühlschrank legen, danach ausrollen und eine Tarteform legen. Backofen auf 180°C vorheizen.

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Schlagobers mit Eiern und Eigelb verquirlen und den Frischkäse dazugeben, alles auf den Teig füllen, salzen, pfeffern. Lauchstreifen drauflegen. Tomaten in Scheiben schneiden, mit Olivenöl und Balsamicoessig begießen und mit braunem Zucker bestreuen. Nach einigen Minuten die Tomaten drauflegen, mit Thymian bestreuen und das Ganze für 35 Minuten in den Ofen stellen.

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So schnell geht es und die Tarte ist fertig. Mit Rucola und etwas Frischkäse garnieren, salzen und pfeffern.

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