Feature Food

Das Geheimnis polnischer Pierogi

4 Mar ’16

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Es gibt kaum ein Essen, zu dem ich eine so emotionale Bindung wie zu Pierogi habe. Pierogi sind eine Konstante Polens, sie sind im ganzen Land überall zu finden und sie sind in den verschiedensten Varianten und mit verschiedensten Füllungen zu haben. Diese wunderbaren Teigtaschen gibt es gebraten oder gekocht, mit und ohne Garnierung, ja sogar überbacken. Unter den Liebhabern dieser Speise herrscht ein regelrechter Wettkampf, wessen Pierogi die besten und welche Füllungen am schmackhaftesten sind. Bei Pierogi kommt die Familie zusammen, sie schmecken einfach jedem. 

Ich habe schon von vielen Polinnen – denn gemacht werden sie eigentlich so gut wie immer von den Frauen – Pierogi gegessen und kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass meine Mutter und ihre Mutter die besten der Welt machen. Punkt. 

Heute möchte ich dieses Rezept mit euch teilen, das euch in die wunderbare Welt der Pierogi entführen wird. Euer Leben wird danach ein anderes sein. Dazu habe ich meine Lieblingsfülle genommen: Sauerkraut und Pilze. Diese beiden Zutaten könnten typischer für ein Land nicht sein. Nirgendwo wird mehr mit Kraut gekocht, nirgendwo gehen so viele Leute auf Schwammerlsuche wie in Polen. Es ist die Seele eines Landes, in einer Speise manifestiert  

Zunächst solltet ihr wissen, dass es ratsam ist, Pierogi schon einen Tag vor dem geplanten Verzehr zu machen und wir hier von einer Menge von etwa 30 Stück sprechen. Es zahlt sich aber aus, die doppelte Menge zu machen und die Dinger einzufrieren. 

Ich bin eigentlich kein Fan von Tiefkühlkost. Aber Pierogi schmecken aufgetaut wirklich geil. 

Ihr braucht: 

• 500g Weizenmehl glatt
• Wasser
• Salz
• Pfeffer
• 2 Packungen Sauerkraut
• Getrocknete Pilze, etwa drei Handvoll
• Zwiebeln
• Sonnenblumenöl 

Das Sauerkraut im Topf etwa 20 Minuten kochen und im Sieb gut abtropfen lassen. Die Pilze im Wasser kurz aufkochen und ebenfalls abtropfen lassen. Sind die Pilze abgekühlt, klein schneiden. Mit dem Sauerkraut vermengen. Eine große Zwiebel klein hacken und anschließend glasig braten. Dabei sollte man nicht mit dem Öl sparen. Die Zwiebeln und das Öl direkt aus der Pfanne in die Sauerkraut-Pilz-Mischung geben und alles vermengen, salzen und pfeffern. Salz ist hier wichtig, damit sollte man nicht geizen. Alles stehen lassen. 

Für den Teig leert man das Mehl auf eine Knetfläche, macht in der Mitte des Berges ein Tal und gießt dort nach und nach heißes Wasser ein. Das Wasser muss wirklich heiß sein, nur dann wird der Teig so geschmeidig. Am Anfang ist es ratsam mit dem Kochlöffel alles zu vermischen, weil das Wasser wirklich heiß ist. Dann kann man immer etwas warten und kneten. Der Teig muss sich zu einer schönen geschmeidigen Kugel formen lassen und darf aber nicht zu nass und klebrig sein. 

Den Teig kann man dann ausrollen, die Dicke ist dabei sehr wichtig. Sie müssen einerseits die Füllung aushalten, aber dürfen auch nicht zu dick sein. Ihr schafft das schon. 

Ich nehme zum Ausstechen der Kreise ein großes Glas, das recht dünn ist. Sie füllen dabei das Innere meiner Handfläche aus. 

Einzeln in die Hände nehmen, zwei bis drei Löffelchen Fülle in die Mitte legen und die Enden mit den Fingern zusammendrücken – Stück für Stück. 

Auf ein Geschirrtuch legen und am Ende alle mit einem Geschirrtuch bedecken. 

Am nächsten Tagen kann man die Pierogi kochen. In gesalzenes kochendes Wasser legen und warten bis sie an der Oberfläche schwimmen. 

In der Zwischenzeit kann man schon zwei große Zwiebeln klein hacken und in Sonnenblumenöl braun braten. Am Schluss noch die Pierogi darin schwenken und so servieren. Sie müssen glänzen und müssen am Ende noch gesalzen und gepfeffert werden – je nach Geschmack. 

Gern geschehen!

Vor dem Tiefkühlen kurz antrocknen lassen, damit sie nicht zusammenkleben beim Frieren. 

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