Interessantes u. Spannendes

Schul- und Kindergartenfotografie: Langweilige Kinder

13 Apr ’16

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(“Kindergarten” by MaxBraun on Flickr, cc-by-sa 2.0)

Heute werden wieder mal Fotos im Kindergarten gemacht und jedes Jahr, wenn meine Kinder fotografiert werden, frage ich mich, warum die Kindergarten- bzw. Schulfotografie sich in den letzten 40 Jahren nicht weiterentwickelt hat.

Während sich die Portrait- und Hochzeitsfotografie auf einem sehr hohen Level befinden, habe ich das Gefühl, dass man das Fotografieren von Kindern einfach nicht weiterbringen will. Liegt es daran, dass Schulen und Kindergärten seit gefühlten Jahrhunderten mit den immer gleichen Fotografen Verträge haben, dessen Laufzeit ins Unendliche zu gehen scheint oder liegt es einfach daran, dass man sich nicht bemühen will, sich mit solchen “unwichtigen Details” zu befassen? 

Jedes Jahr die gleichen öden Hintergründe, die meist überhaupt nicht zum gerade nett angezogenen Outfit passen. Blauer Himmel im Hintergrund, Kinder mit blauen Hemden, die man dann kaum sieht. Kinder, die nicht in die Kamera schauen wollen und dieses gefakte Lächeln, bei dem man sich denkt: “Dem Kind scheint irgendwas weh zu tun, anders gibt’s das nicht”. Warum beauftragen Schulen und Kindergärten nicht mal Fotografen, die schöne Bilder von Kindern machen? Solche, die nicht Fake sind und die man zuhause auch mal gerne aufstellt oder aufhängt.

Ja, ich kaufe die Fotos jedes Jahr. Weil meine Kinder noch nicht verstehen, welche Motivation dahinter ist, wenn ich sie nicht kaufen würde. Dass es nicht an ihnen und ihren lieben Gesichtern liegt, dass ich sie eigentlich nicht haben will. Sondern an der technischen und bildkompositionellen Art der Fotografie. Weil man eben auch nicht will, dass sich die Kinder ungeliebt vorkommen dadurch. Die eigene Eitelkeit zurückstecken. Aber aufhängen will ich die Fotos nie. Nie. Nie. Nie.

Neben den lustigen Stickern für die Kinder, die ja noch das Beste an diesen Alben sind, gibt es dann auch noch die Fotos in einem hässlichen Schwarzweiß oder Sepia. Oder mit einem blöden Spruch in Comic Sans darunter. Mir stellt es jedes Mal die Nackenhaare auf, wenn ich daran denke. Einfach schlecht.

Meine Kinder lieben es, fotografiert zu werden. Sie sind authentisch vor der Kamera und haben keine Scheu davor. Vermutlich, weil in unserem Familien- und Freundeskreis viel fotografiert wird. Und weil wir einen Fotografen kennen, der die besten Bilder macht, ohne dass die Kinder es überhaupt mitbekommen. Deshalb kann ich jedem Elternteil empfehlen, die Kinder ab und zu auch mal von einem guten und richtigen Fotografen fotografieren zu lassen. Bilder, die man herzeigen und verschenken kann. Die man gerne aufhängt und auf die man stolz ist.

Und liebe LehrerInnen, DirektorInnen und KindergartenpädagogInnen: Bitte beauftragt mal jemand anderen. Der einen anderen Zugang hat. Probieren Sie es doch aus, lassen Sie dem Fotografen kreativen Spielraum. Sie fanden doch selbst als Kind diese Fotos furchtbar. Warum sollte man das allen nachkommenden Generationen antun? Ich jedenfalls werde die Fotos wieder fachgerecht in der Schublade verstauen. Obwohl meine Kinder eigentlich herzeigbar sind.

Hier ein paar Beispiele von Fotografien, wie man sie anders machen könnte:

klick, klick oder klick

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  • Super Thema, also ich muss sagen unser Kindergartenfotograf ist schon sehr innovativ und bring interessante kulissen mit und fotografiert auch immer draußen bei Tageslicht, aber so ein paar Elemente wie man sie auf dem zweiten Link sieht wären noch drin. Seifeblasen oder die Etagere mit Obst, das hat schon was, ich werde das mal weitergeben ;)