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Die Uni brennt

Heute ist der 4. Tag der Besetzung des größten Hörsaals an einer österreichischen Universität. Die Wiener Studierenden haben vor einigen Tagen dazu aufgerufen den Hörsaal zu besetzen und haben damit eine Bildungsdebatte ausgelöst.
Grund der Besetzung des AudiMax sind unter anderem die verheerenden Verhältnisse an den österreichischen Universitäten. Nicht nur die Überlegungen von Wissenschaftsminister Johannes Hahn nach einer Wiedereinführung der Studiengebühren waren Anlass für die Besetzung, sondern auch das Bologna-System mit all seinen Nachteilen. Anders, als erwartet, wurde der Aufstand nicht von der Österreichischen Hochschülerschaft begonnen, sondern war eine “basisdemokratische” Entscheidung, die immer mehr Anhänger verzeichnet.
Angefangen allerdings hat alles mit der Besetzung der Akademie der bildenden Künste. Die Studierenden haben dort einen Tag zuvor die Aula besetzt und forderten mit Plakaten wie “Education is not for sale” und “Bildung für alle” eine Revolution im Bildungssystem. Denn nicht nur die Universität Wien ist einen Tag darauf eingestiegen, sondern es haben sich mittlerweile viele andere mit ihnen solidarisiert. Zum Beispiel der Berufsverband der Kindergartenpädagogen, die Schülervertretungen, die Metaller, die Drucker, um nur einige zu nennen. Auch Lehrende und externe Lektoren haben sich mit der AudiMax-Besetzung solidarisiert und kämpfen nun gemeinsam für einen neuen Bildungsdialog und für den Traum nach einer Änderung.

“We have a dream” steht auf einem Graffiti, das auf einer großen mobilen Pappwand gesprayt wurde, auf der Bühne im AudiMax. Und mittlerweile haben auch andere Universitäten Hörsäle besetzt. So zum Beispiel die Universität in Graz, die Technische Universität Wien und die Universitäten Linz und Salzburg rufen ebenfalls zum “Kampf” auf.

Die Proteste entwickelten eine – für mich – sehr faszinierende Eigendynamik. Wo anfangs nur Chaos herrschte, haben sich mittlerweile 44(!) Arbeitsgruppen gebildet, die gemeinsam an der Verbesserung und Vorschlägen für eine Verbesserung unseres Bildungssystems arbeiten.
Auch die studentische Mitbestimmung ist ein ganz wichtiger Forderungspunkt. Mittlerweile gibt es eine ganze Liste an Forderungen, die die Universitäten an Wissenschaftsminister Gio Hahn stellen. Die Latte wird hoch angesetzt, aber ist es nicht so, dass wir endlich anfangen müssen die Bildung als unser einzig wahres Hab und Gut anzusehen? Unser Land hat keine Ressourcen. Wir haben kein Erdöl, kein Gold, nichts. Unsere einzige Ressource ist und war schon immer Bildung, Wissenschaft und Forschung. Und da rennt alles falsch. Vom Kindergarten bis zu den Universitäten.

Ich finde es großartig und unterstütze die Proteste im AudiMax voll und ganz. Ich will auch, dass mein Kind eine gute Bildung bekommt. Ich will, dass Bildung frei und für alle zugänglich ist.

Sehr interessant finde ich auch die wirklich tolle Zusammenarbeit der Studierenden. Die Volxküche liefert essen, IT-Menschen kümmern sich um die Technik, Publizisten haben eine eigene Presse-Arbeitsgruppe gegründet und Migranten kämpfen auch für ihre Rechte. Barrierefreiheit, keine Zugangsbeschränkungen und endlich mehr Geld für die Unis sind keine unrealistischen Forderungen!

Pretty real game

Dieser Beitrag soll einen Bericht aus meiner Sicht vom ganzen Tag des Vienna Projects darstellen. Über Kommentare würde ich mich natürlich sehr freuen.
Alle Fotos sind übrigens von hier: Flickr Group “The Vienna Project”.
Meine Partnerin Anja hat hier unsere Route nachvollziehbar dargestellt: Russland Route

Nach einem wochenlangen Rekruiting hat The Agency 16 Kandidaten gefunden, die an diesem unglaublich tollen Reality-Game mitspielen durften. Ich war eine der glücklichen TeilnehmerInnen.
Ich bekam am Vortag die Anweisung um 9.15 im Rathauspark beim linken Brunnen zu warten. Dort nahm ich Platz auf einer Bank und schon kam eine hübsche junge Frau und übergab mir ein Kuvert mit meinem Namen drauf und sagte “Viel Erfolg!”.

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Sie ging einfach weg. Das allein schon machte mir ein bisschen Sorgen. Aber gut. Ich öffnete den Brief und bekam die Anweisung mich zum Burgtheater zu begeben, wo ich meine Partnerin für das Spiel treffen werde. Ein Foto von ihr war auch zu sehen. Ich machte mich also auf den Weg, traf dort auch meine nette Partnerin Anja und wir besprachen die Lage. Anja und ich waren beide Mitglieder des russischen Geheimdienstes und wir bekamen auch andere Identitäten.

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Wir standen also so da und warteten darauf die nächsten Anweisungen zu bekommen, als auch auf einmal ein Mopedfahrer stehen blieb und uns einen Zettel in die Hand drückte, auf dem stand “Limousine. In 5 Minuten.”

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5 Minuten später kam auch auf einmal ein schwarzer Mercedes, in den wir einstiegen.

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Der Beifahrer des Wagens gab uns einen Rucksack, in dem ein paar Euro waren sowie ein Notizheft und Wasser. Weiters bekamen wir ein G2 Handy von T-Mobile und unseren ersten Auftrag sowie eine Noc-Liste von verschiedenen Agenten, von denen es galt am Schluss den vanished Agent ausfindig zu machen. Am Schottenring wieder ausgesetzt machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Auftrag beim Schottentor. Wir sollten zwei Agenten des amerikanischen Geheimdienstes ausfindig machen und sie verfolgen und beobachten, was sie dort treiben. Die Verfolgung der Agenten ging in die Hose, denn ich und meine Partnerin verloren uns aus den Augen für kurze Zeit und waren eher damit beschäftigt uns wiederzufinden, aber wir konnten eine Dokumentenübergabe beobachten und den Informanten von unserer Noc-Liste streichen.
Ein Anruf unseres Geheimdienstes klärte uns darüber auf, dass wir verfolgt werden und uns in Richtung Stadt begeben sollen, wo wir auf weitere Anweisungen warten müssen. Gesagt, getan. Auf dem Weg Richtung Hofburg bekamen wir dann den Anruf und den Auftrag im Volksgarten auf einer Bank nahe der hölzernen Toilette auf einen Informanten zu warten. Dieser kam 15 Minuten zu spät und gab uns zwei Gesichter, die wir auf unserer Liste streichen konnten. Außerdem gab er uns eine Postkarte, auf der das Kaffee Alt Wien zu sehen war, welches unser nächstes Ziel war, weil wir dort mit zwei anderen russischen Agenten ein Meeting hatten. Mit einigen Minuten Verspätung trafen wir dort auch ein und tauschten uns aus. Wir konnten bereits 7 Agenten auf unseren Listen streichen und arbeiteten ab jetzt zu viert weiter.

Unser Geheimdienst sagte uns, dass der Kellner in diesem Kaffee eine Information für uns hätte, was er auch tat. Wir bekamen eine verschlüsselte Nachricht und zwei von uns haben sie auch sehr schnell entschlüsselt, während zwei andere damit beschäftigt waren, 6 Geokoordinaten, die wir bekommen hatten, echten Adressen zuzuordnen.
Die verschlüsselte Nachricht lautete “Diplomatie ist wichtig. 12.30 Vapiano Herrengasse 6.” Es war schon ziemlich spät und wir mussten uns beeilen um 12.30 dort einzutreffen. Wir trafen dort die Mitglieder des iranischen Geheimdienstes zum Mittagessen und einen Diplomaten, der sich jedoch stark zurückhielt. Ziel war es mit den Iranern Informationen auszutauschen, die relevant wären.

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Die einzigen Informationen, die wir schlussendlich austauschen konnten, waren Not-Safe-Places. Gesichter aus der Liste wollte keiner hergeben. Die Iraner verließen vor uns das Lokal. Als wir rausgingen kam wieder der Mopedfahrer und übergab uns ein Handy, welches auch schon 2 Minuten später läutete. Wir bekamen Anweisungen in eine nahegelegene Gasse zu gehen. Schlussendlich wurden zwei von uns – darunter ich – entführt von irgendwelchen Amerikanern.

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Im Auto saßen 4 Leute, die sich die ganze Zeit gegenseitig anschrien und uns natürlich auch. Sie redeten irgendwas von Geld und 6 Stunden Zeit und ich wusste kurzzeitig nicht, ob das hier immer noch ein Spiel war oder schon Realität und hatte kurzzeitig wirklich Angst. Die Angst verflog allerdings, denn einige Gassen weiter wurden wir rausgeschmissen mit der Warnung in 6 Stunden das Geld zu besorgen. Ich und meine Kollegin waren jetzt also von den anderen zwei Agentinnen getrennt und unser Geheimdienst beauftragte uns zu einer Kirche zu gehen und dort unsere zwei Kolleginnen wieder zu treffen, aber diese Kirche gab es nicht. Also war der Treffpunkt dann doch wo anders. Unterwegs versuchten wir immer wieder kleine Umwege zu machen, um die 6 Geokoordinaten-Punkte abzuklappern und unserem Geheimdienst zu berichten, was wir dort vorgefunden hatten. 5 haben wir im Endeffekt dann auch geschafft. Zurück bei unseren Partnerinnen hatten wir jetzt sehr viel zu tun. Wir mussten an verschiedenen Punkten Informationen von Kellnern herausfinden und einmal in einem Hotel ein Zimmer durchsuchen um Informationen zu finden. Im Hotel läutete leider mein Handy, weil eine der draußen gebliebenen Kolleginnen mich angerufen hat. Also musste ich schnell raus, denn in der Dusche stand eine Frau und ich wollte sie nicht auf uns aufmerksam machen. Unsere zwei anderen Kolleginnen haben das dann übernommen und auch einiges herausgefunden. Allerdings wurden sie von der halbnackten Dame überrascht, die aus der Dusche kam und mussten so fliehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch einige Leute auf der Noc-Liste. Im Hotel hatten wir eine Visitenkarte eines australischen Restaurants gefunden, wo wir schnell hingegangen sind. Unser Geheimdienst übermittelte uns auch noch eine Nachricht auf persisch, welche es zu übersetzen galt. Wir konnten es einfach nicht. Im Internet fanden wir kaum Wörterbücher und sowas wie Babelfish für persisch gibt es nicht. Wir hatten versagt – dachten wir! Unsere Handy-Akkus waren mittlerweile fast leer. Unser Geheimdienst erbarmte sich unser und schickte uns zu einem weiteren Informanten nahe dem Stephansplatz. Dieser gab uns einen Zettel und sagte uns, dass wir um Punkt 16.50 (nicht früher und nicht später) dort einen Informanten treffen werden, der uns zum Vanished Agent führt.

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Dort eingefunden fand um 16.50 ein Flash Mob statt. Viele Leute standen auf einmal da und zeigten aufeinander. Wie sollten wir hier unseren Informanten finden? Zuvor hatten ich und meine Partnerinnen einen klugen Schachzug überlegt. Wir versuchten uns die 5 letzten Personen auf der Liste genau einzuprägen. Denn wir waren sicher unser Informant war dabei. Und so war es auch. Nach einigen Runden herumgehen erkannte ich eine wieder und sah auch, dass niemand auf sie zeigte und sprach sie an. Sie ging mit mir weg und übergab mir ein Handy. Dieses musste ich einschalten und einen PIN-Code eingeben. Den PIN-Code hatten wir zuvor schon einmal heruasgefunden, als wir ein aufgezeichnetes Gespräch abhörten. Der PIN-Code funktionierte!!!

Ich rief die einzige Nummer, die darauf gespeichert war an und es war der Vanished Agent. Er sagte mir, wir sollen geschlossen zum Graben gehen. Das taten wir auch. Und zwar ziemlich schnell. Denn wir hatten die Vermutung, dass die anderen Geheimdienste auf eine andere Art und Weise zu dieser Information gelangen werde und so ging es jetzt um Zeit. Dass dem nicht so war, stellte sich erst viel später heraus. Am Graben angekommen rief ich den Vanished Agent wieder an und war schon ziemlich aggressiv, weil die Verbindung mehr als schlecht war und ich die Hälfte nicht verstand. Ich verstand aber, dass wir in die Kleeblattgasse 9 mussten und dort eine Tür von innen aufsperren und dass sich der Vanished Agent dort befand. Ich lief wie um mein Leben und dort war er dann wirklich. Ich war überglücklich. Wir hatten den Vanished Agent gefunden. Er übergab uns einen Zettel mit einer weiteren Adresse und ich dachte mir: OMG! Dieses Spiel nimmt kein Ende.

An der Adresse angekommen wurden wir mit Applaus empfangen und mit Getränken versorgt. Wir haben uns für ein tolles Spiel bedankt, über Schmerzen in den Beinen geklagt und uns auf die anschließende Afterparty gefreut, die übrigens auch super geworden ist.

Hier noch ein Abschlussfoto von unserem Team mit dem Vanished Agent:

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Wieder was cooles aus Wien

Da mach ich höchstwahrscheinlich mit, aber so sicher ist es noch nicht. Jedenfalls werd ich mich bemühen mitzumachen: Journey Vienna

Beschreibung:
“The city spreads out before you. Rushing from point to point, lit by the slow strobe of fluorescent buses in dark streets. Stumbling into situations for a stranger’s signature. Fleeing unknown pursuers, breathing hard, admiring the landscape and the multitude of worlds hidden in it.

For one night, drop your relations, your work and leisure activities, and all your usual motives for movement and action, and let yourself be drawn by the attractions of the chase and the encounters you find there.

Join us for a free street game of epic proportion; a pursuit across the city in multiple parts. “