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Stockholm – Das muss eine Reise wert sein

2 Apr ’13

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Ich war vier Tage in Stockholm und möchte ein bisschen davon berichten. Es war für mich das erste Mal überhaupt, dass ich in Schweden war. Eigentlich merkwürdig, wo ich selber im Norden geboren bin und Stockholm nur eine kleine Schifffahrt entfernt ist. Gleich vorweg: Ich werde mit Sicherheit wieder nach Stockholm fahren. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten, habe ich bei dieser Stadt wirklich das Bedürfnis, wieder zu Besuch zu kommen. Berlin oder andere Großstädte haben mir nicht sonderlich gefallen. Stockholm ist aber etwas anders.

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Das fängt damit an, dass Schweden extrem fortschrittlich ist. Die BürgerInnen von Stockholm werden bei der Einbürgerung nicht nur persönlich vom Bürgermeister willkommen geheißen, sondern können künftig alle ihre Angelegenheiten – ob finanziell oder amtlich – online erledigen. Bargeld braucht man in Schweden keines. In den vier Tagen hatte ich keine einzige Krone in der Hand. Auch kleinste Beträge werden in Schweden mit der Karte bezahlte, was sehr angenehm ist. Die Schweden sind sehr freundlich, hilfsbereit und besonders beim Einkaufen merkt man den Unterschied zu Österreich.

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Einkaufen gehen ist in Stockholm alles andere als frustrierend. Ein tolles Geschäft nach dem anderen, Öffnungszeiten auch am Sonntag. Für Beauty-Freaks ein wahres Paradies: So viele Make-Up-Stores wie in Schweden habe ich kaum irgendwo auf der Welt gesehen. Auch für Männer gibt es in riesigen Einkaufszentren ganze Etagen, sodass sich diese austoben können. Für Kinder gilt das Gleiche. Die Preise sind eigentlich in Ordnung und vergleichbar mit denen in Österreich. Im Geschäft wird man prinzipiell wirklich wie ein König behandelt und muss sich nicht schlecht fühlen, wenn man eine Frage hat. Die Verkäuferinnen granteln einen nicht an, sie wirken relativ entspannt. Von den Möglichkeiten her also überhaupt kein Vergleich, egal für welches Budget.

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Kinder werden so ziemlich überall mitgenommen und nirgendwo als Ballast angesehen. Jede auch noch so kleine Bar hat eigene Sitzgelegenheiten für kleine Gäste. Man muss sich als Eltern nicht rechtfertigen, wenn man die Kinder mitnimmt, alle scheinen Kinder generell zu mögen bzw. als Bestandteil der Gesellschaft anzusehen. Das merkt man auch daran, dass es überall Kindergerichte gibt, die Kellner auch sehr freundlich zu den Kleinen sind und Eltern einen überaus entspannten Eindruck machen. Einzig das Rauchen ist nirgends erlaubt, vermutlich auch aufgrund der kleinen Gäste.

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Die Schweden sind nicht besonders religiös, haben aber dennoch ihre Traditionen. So werden Palmkätzchen zu Ostern mit bunten Federn geschmückt und die Kinder verkleiden sich als “Hexen”. Die Schweden haben generell viele Traditionen in ihrem Leben, diese sind aber in den seltensten Fällen religionsbetont. Freitags essen sie gerne Mexikanisch, die Stadt ist voll mit Taco Bars, in denen man gut und günstig essen kann, dazu einen Frozen Margarita oder ein Corona. Neben diesen kleinen Ausreißern waren wir auch noch in einem Restaurant gleich neben unserem Hotel: Das Vassa Eggen ist eigentlich ein Steak House, aber es werden auch Fischgerichte serviert. Ich habe dort eine Languste mit Tomatensalat gegessen, meine Begleitung ein Steak mit Fisolen (oder Bohnen?!). Dazu ein Fläschchen Wein und der Abend ist perfekt. Im vorderen Teil des Restaurants kann man bequem an der Bar sitzen und einen Drink zu sich nehmen. Das ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

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Was das Essen betrifft, so kann man in Stockholm alles haben, das man auch hier haben kann. Bis auf das Mexikanische Essen und die Kötbullar (Fleischbällchen mit Sauce und Kartoffelpürree). Fisch ist eine großartige Speise und man sollte in Stockholm keinesfalls versäumen, eines der besseren Fisch-Restaurants zu besuchen, allerdings sollte man vorher dringend reservieren! Auch in kleineren Cafés bekommt man gutes Essen, die Preise sind jedoch nicht auf unserem Niveau. Für ein Bier muss man schon mal 8 bis 10 Euro hinblättern, ein besseres Essen kostet zwischen 25 und 50 Euro. Eine Flasche Wein kostet dann etwa das Dreifache. Aber man lebt bekanntlich nur einmal.

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Besonders schön ist die Altstadt, weil sie mit ihren engen Gassen sehr idyllisch aussieht. Dort sind die Preise angesichts der Touristen ziemlich gesalzen. Nichtsdestotrotz laden diese wunderbaren Kaffeehäuser mit ihrer Wohnzimmer-Atmosphäre zum Verweilen ein.

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Es gibt viele Möglichkeiten, was man in Stockholm unternehmen kann. Das fängt bei klischeehaften Sachen wie der “Ice Bar” an und hört bei Spaziergängen entlang der Ufer auf. Etwa ab Mai kann man auch bequem Bootsfahrten unternehmen, die nicht allzu teuer sind. Wer noch einige Tipps braucht, kann gerne meiner Liste “Stockholm” auf Foursquare folgen, wo ich heute noch alle Orte eintragen werde, die definitiv einen Besuch wert sind. Übrigens: Wer Englisch kann, wird sich in Schweden zu 100 Prozent zurechtfinden. Egal wo man sich befindet, die Schweden können wirklich gut Englisch und das über alle Generationen und Altersklassen hinweg.

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1 Comment

  • Reply Adam™ 2 Apr ’13 at 14:24

    Als jemand der erst vor Drei Wochen in Dänemark war, erkenne ich viele Parallelen. Ist ja auch quasi ums Eck. Das beginnt beim erhöhten Preisniveau von Essen und besonders Alkohol (die erheben dort ja auch Strafsteuern auf alkoholische Getränke) und endet bei den hervorragenden Englisch-Kentnissen von ALLEN (es gab keine einzige Person in Kopenhagen, die nicht englisch mit uns sprechen hätte können) was wohl widerum daran liegt, dass in Skandinavien Filme und Serien im Fernsehen nicht synchronisiert werden, sondern untertitelt. So lernt man sehr schnell. (Zeichentrick für Kinder, die nicht – schnell genug – lesen können ist davon ausgenommen)
    Normal einkaufen am Sonntag ist auch eine Wohltat.
    Skandinavien macht so vieles so viel besser als Österreich. Gegenfrage: Wie krass wäre es hier, wenn wir auch die guten Eigenschaften der skandinavischen Länder übernehmen würden.

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